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Samstag, 17. Mai 2014

Schwarzer Kies (1961) Helmut Käutner

Inhalt: Am Checkpoint zum Armeegelände kommt es zu Wartezeiten für die LKW-Fahrer, die den schwarzen Kies für den Bau einer Landebahn anliefern. Den handgreiflichen Streit zwischen einem deutschen Fahrer und einem Amerikaner nutzt Otto Krahne (Wolfgang Büttner) sofort zur Abstempelung weiterer Lieferscheine an Robert (Helmut Wildt), der damit Kies auf eigene Rechnung verkaufen kann. Ein anderer Fahrer schmeißt einen Stein nach einem bellenden Hund, trifft ihn damit aber so unglücklich, dass dieser tot liegen bleibt. Robert nimmt sich dessen auffälliges Halsband und wirft ihn auf den Kieshaufen, wo der Kadaver zugeschüttet wird.

Nachdem der Wagen ihres Mannes, Major John Gaines (Hans Cossy), liegengeblieben war, lässt sich Inge (Ingmar Zeisberg) von einem LKW-Fahrer mitnehmen, um Hilfe zu holen. Zuerst reagiert sie nicht auf Robert, aber dieser macht kein Geheimnis daraus, dass er sie sofort wieder erkannte. Vor einigen Jahren, kurz nach dem Krieg, waren sie ein Paar - bis sich Inge von ihm trennte, weil sie an der Seite des attraktiven, aber unsteten Mannes keine Zukunft mehr sah. Robert, der ein Zimmer in einem der Bordelle bewohnt, in denen die US-Soldaten Ablenkung suchen, flirtet selbstbewusst mit ihr, ohne zu ahnen, dass sie verheiratet ist. Er erfährt, dass sie ihren Hund sucht, erzählt ihr aber nichts von dessen Tod, sondern nutzt seinen Wissensvorteil für einen weiteren Annäherungsversuch… 


"Hart und direkt, mit erotischen und brutalen Realitäten..."

sollte "Schwarzer Kies" (ursprünglich geplanter Titel "Haut auf Haut") nach Aussage seines Regisseurs Helmut Käutner werden und auf diese Weise die Realität im Jahr 1960 abbilden, um "alle deutschen Tabus zu durchstoßen". Eine so provokante, wie überraschende Aussage, denn Käutners Filme zeichneten sich von Beginn an durch ihre authentische Darstellung menschlicher Verhaltensweisen aus. "Große Freiheit Nr. 7" (1943) spielte vor dem Hintergrund von Liebe, Sex und Prostitution und gemeinsam mit dem Autoren und Produzenten Walter Ulbrich hatte Käutner schon am Drehbuch zu "Unter den Brücken" (1945) zusammen gearbeitet, der einfühlsam eine Geschichte von einer Frau zwischen zwei Männern erzählte.

Dem Subtext einer modernen, die sozialen Veränderungen realistisch betrachtenden Sichtweise blieb Käutner auch nach dem Krieg treu, vermied aber eine direkte Konfrontation. Das änderte sich Ende der 50er Jahre als er mit Wolfgang Staudte und Harald Braun eine eigene Produktionsgesellschaft gründete, um ihre Vorstellungen ohne Konzessionen umsetzen zu können. Wegen Brauns frühem Tod entstanden mit "Der Rest ist Schweigen" (1959, Regie Käutner) und "Kirmes" (1960, Regie Staudte) nur zwei Filme unter eigener Hoheit. "Schwarzer Kies" - die letzte Produktion der 1956 reprivatisierten "Universum Film AG" - vertrat zwar eine ähnlich kompromisslose Haltung, setzte aber auf reines Unterhaltungs- und Spannungs-Kino, ohne konkrete Gesellschaftskritik zu üben. Wenig wohlwollend, aber zurecht rückte ihn die zeitgenössische Presse in die Nähe französischer Thriller, denn besonders die Parallelen zu Clouzots „Le salaire de la peur“ (Lohn der Angst, 1954) sind offensichtlich.

Nicht allein wegen der hart gesottenen LKW-Fahrer, die den schwarzen Kies für die Düsenjäger-Startbahn anliefern, sondern mehr noch wegen des Hintergrunds einer von den Verheißungen des US-Kapitalismus abhängigen Sozialisation. Lebten bei Clouzot die Menschen im Schatten einer Öl-Raffinerie, setzen sie in „Schwarzer Kies“ ihre Hoffnungen auf die US-Armee, um deren Territorium sich Geschäftemacher, Betrüger, Vergnügungslokale und Bordelle angesiedelt haben – bevölkert von Frauen und Männern, die in der Illusion leben, irgendwann mit den Taschen voller Geld den Absprung zu schaffen. Doch anders als in „Lohn der Angst“ befinden sie sich nicht in einer abgelegenen Einöde, sondern mitten in Deutschland, in Sichtweite gepflegter Reihenhausanlagen, womit der Film einen Angriff auf die Scheinmoral der frühen 60er Jahre wagte. Die beiden Protagonisten Inge (Ingmar Zeisberg) und Robert (Helmut Wildt) symbolisierten die gegensätzlichen Positionen eines unsteten, abenteuerlichen Lebens und eines bürgerlichen Daseins, ohne als Identifikation dienen zu können.

Wildt verkörperte in seinem ersten Film den selbstständigen LKW-Fahrer Robert Neidhardt, der einen Teil seiner Kies-Lieferungen an die Amerikaner vortäuscht, um das Material schwarz zu verkaufen. Das funktioniert dank gefälschter Lieferscheine, die ihm Otto Krahne (Wolfgang Büttner) besorgt, der auch mit anderen Fahrern zusammenarbeitet und plant, mit dem verdienten Geld seinen Lebensabend luxuriös im Ausland zu verbringen. 15 Jahre nach dem Ende des Krieges hat sich der Respekt vor den Amerikanern längst verflüchtigt und ist, frei von jedem Schuldbewusstsein, rein wirtschaftlichen Motiven gewichen. Neidhardt ist gleichzeitig Profiteur und Opfer. Ein attraktiver, selbstbewusst auftretender Mann, der nach dem Krieg nicht mehr ins geregelte Leben zurückgefunden hat. Er bewohnt ein einfaches Zimmer in einem Nachtclub, wird von einer Prostituierten (Anita Höfer) geliebt, ohne deren Gefühle zu erwidern, und lebt ziellos in den Tag hinein. Das ändert sich als er zufällig Inge wieder trifft, die er als Anhalterin mitnimmt. Der Wagen ihres Mannes Major John Gaines (Hans Cossy), Befehlshaber des Stützpunkts, hatte eine Panne.

Inges Werdegang verlief entgegen gesetzt, nachdem sie sich getrennt hatten. Details über ihre gemeinsame Zeit werden nur angedeutet, aber trotz der nach wie vor vorhandenen erotischen Anziehungskraft, entschied sie sich, ihn zu verlassen, um ein materiell gesichertes und sozial anerkanntes Leben zu führen. Alles in „Schwarzer Kies“ atmet die Folgen des Krieges. Nicht mehr in der unmittelbaren Konsequenz von Zerstörung oder Hunger, sondern in der unbändigen und gleichzeitig unerfüllbaren Sucht nach Sicherheit und Glück. Das propagierte geordnete Leben existiert hier ebenso wenig, wie emotional gefestigte Menschen. Ein junges Paar – die jungfräuliche Anni (Edeltraut Elsner) und der US-Soldat Bill (Peter Nestler) – scheint aus der vergnügungssüchtigen Masse herauszutreten, stirbt aber bei einem von Neidhardt verschuldeten Unfall. Die wahre Ursache erfährt nur der Betrachter. Bill war die Genehmigung für ihre geplante Hochzeit vom US-Konsulat verweigert worden, da Anni aus der DDR stammt, aber er versuchte noch, sie zum Sex zu bewegen, ohne ihr diese Konsequenz mitzuteilen. Als sie sich wehrt, losreißt und er ihr auf die Straße folgt, kommt es zu dem Unglück.

Angesichts der fatalistischen Mischung aus Egoismus, Sex und Gewalt, die Käutner in kräftigen Schwarz-Weiß-Bildern entwarf, erstaunen die kritischen Stimmen nicht, die dem Film damals Klischees und einseitige Charakterisierungen attestierten. „Schwarzer Kies“ bemühte sich weder um Differenzierungen, noch Ausgewogenheit, traf damit aber den Nerv einer Zeit, die schon deutliche Schatten in Richtung der sozialen Veränderungen der späten 60er Jahre warf. Wie missverstanden sein Film wurde, wird auch an der Anklage wegen Antisemitismus deutlich, der sich Käutner durch den Zentralrat der Juden ausgesetzt sah. In einer Szene beschimpft einer der Gäste den Club-Besitzer mit „Saujud“, nachdem dieser ihn mehrfach freundlich aufgefordert hatte, wegen der US-Soldaten auf patriotisches Liedgut aus der Juke-Box zu verzichten. Käutners gegenteilige Absicht lag darin, den latent vorhandenen Hass gegenüber Juden in der Bevölkerung hervorzuheben, aber allein dass ein ehemaliger KZ-Häftling – die Kamera erfasst nach dem Streit dessen tätowierten Code am Unterarm - ein Bordellbetreiber sein sollte, genügte schon als Affront.

Diese Szene kann beispielhaft für einen Film gelten, hinter dessen Fassade Anfang der 60er Jahre Niemand zu sehen bereit war. Selbst die seriöse „Zeit“ verstieg sich zu dem Urteil eines „durchschnittlichen Kriminalfilm mit einer langweiligen Polizei“, obwohl „Schwarzer Kies“ nichts weniger als ein Kriminalfilm ist. Die Polizei nimmt nur eine Nebenrolle als gelegentlicher Störenfried ein, ohne wirklich ernst genommen zu werden. Das Verschwinden des jungen Paares – Neidhardt entsorgte die Leichen im Kies unter der Startbahn – wird nicht als Verbrechen erkannt, sondern Annis DDR-Herkunft zugeschoben. Als kommunistische Spionin hätte sie Bill verführt, der mit ihr hinter den eisernen Vorhang geflohen wäre. So die einhellige Meinung, die jedes Einfühlungsvermögen über die gängigen Vorurteile hinaus vermissen lässt.

Eine Haltung, der sich Käutners Film generell ausgesetzt sah und die darin gipfelte, dass „Schwarzer Kies“ gemeinsam mit seinem Nachfolgefilm „Der Traum von Lieschen Müller“ (1961) als „Schlechteste Leistung eines bekannten Regisseurs“ im Jahr 1961 ausgezeichnet wurde. Vergeben von der Jury „Preis der jungen Filmkritik“, die sich parallel zum „Oberhausener Manifest“ um eine Erneuerung des deutschen Films bemühte und Regisseure wie Helmut Käutner zur Vergangenheit zählte (passend titelte der „Spiegel“: „Papas Kies“). Ein absurdes Urteil, denn von der Bildsprache abgesehen, deren schwere Schwarz-Weiß-Optik an Käutners vom poetischen Realismus beeinflusste frühe Filme erinnert, verwies „Schwarzer Kies“ in seiner so mitreißenden, wie zerstörerischen Mischung aus Maßlosigkeit und Hedonismus unmittelbar in die Zukunft.

"Schwarzer Kies" Deutschland 1961, Regie: Helmut Käutner, Drehbuch: Helmut Käutner, Walter Ulbrich, Darsteller : Ingmar Zeisberg, Helmut Wildt, Hans Cossy, Wolfgang Büttner, Anita Höfner, Laufzeit : 107 Minuten

weitere im Blog besprochene Filme von Helmut Käutner:

Montag, 27. Januar 2014

Wo der Wildbach rauscht 1956 Heinz Paul

Inhalt: Der reiche Bauer Andrä Muralt (Walter Richter) ist es gewohnt, sich durchzusetzen - der Ruf, mit seinem Geld noch jede Frau herumbekommen zu haben, eilt ihm voraus. Doch die Magd Maria (Ingeborg Cornelius) widersetzt sich ihm, denn sie liebt Lorenz Gerold (Jürgen Goslar), den Sohn des Bürgermeisters (Michl Lang). 

Dieser hat zwar ganz andere Vorstellungen hinsichtlich seiner zukünftigen Schwiegertochter, aber er willigt in die Ehe seines Sohnes mit Maria ein, um Muralt zu erniedrigen. Unerwartet nimmt Muralt die scheinheilige Einladung zu den Feierlichkeiten an, aber ihm wird zuerst der Tanz mit der Braut verweigert, bevor er rausgeschmissen wird. Betrunken kehrt er in sein Haus zurück, wo er sich mit seiner Haushälterin Agnes (Ingmar Zeisberg) tröstet, die ihn schon lange heimlich liebt...


Oberflächlich betrachtet ließe sich "Wo der Wildbach rauscht" auf die im Heimatfilm üblichen Liebesverwirrungen und Irrungen reduzieren, die sich nach dramatischen Auseinandersetzungen schlussendlich zum Guten wenden - eine sichere Erfolgsformel im bundesdeutschen Kino Mitte der 50er Jahre, wie der große Zuschauerzuspruch bewies, der sich Anfang der 70er Jahre überraschend wiederholte (und Regisseur Jürgen Enz zu seiner Softsex-Variante "Wo der Wildbach durch das Höschen raucht" (1974) motivierte).

Schon die erste Szene, in der sich der massige Bauer Andrä Muralt (Walter Richter) der jungen blonden Magd Maria (Ingeborg Cornelius) aufdrängt, die ihn sich nur mit Mühe vom Leibe halten kann, verteilt die Sympathien in Gut und Böse und scheint damit die gängigen Klischees zu erfüllen. Der reiche Muralt glaubt, dass er Jeden kaufen kann, aber an der Jungfrau Maria beißt er sich die Zähne aus. Sie liebt Lorenz Gerold (Jürgen Goslar), den Sohn des Bürgermeisters (Michl Lang), der zwar andere Vorstellungen hinsichtlich seiner zukünftigen Schwiegertochter hat, aber dennoch zustimmt, um die Schmach des im ganzen Ort unbeliebten Muralt noch zu steigern. Mit Agnes (Ingmar Zeisberg), der Haushälterin des reichen Bauern und dessen Großknecht Wolf (Emmerich Schrenk) wird die Konstellation noch komplexer, denn Agnes liebt heimlich ihren Chef, weshalb sie sich wiederum des aufdringlichen Wolf erwehrt.

Die Hochzeitsfeierlichkeiten werden erwartungsgemäß zum Spießrutenlauf für Muralt, dem zuerst der Tanz mit der Braut verweigert wird, bevor der Bürgermeister ihn rauswerfen lässt. Betrunken macht er sich - wieder nach Hause zurückgekehrt - über die willige Agnes her, aber erst ein tragischer Unglücksfall lässt die Situation endgültig explodieren. Wenige Monate nach diesen Ereignissen begegnen sich Muralt und Lorenz Gerold auf einer schmalen Brücke über dem titelgebenden Wildbach, nicht bereit dem Anderen den Vortritt zu lassen. Der junge Ehemann Lorenz verliert den Halt und stürzt tödlich in den Bach, worauf passiert, was passieren muss. Muralt hat keine Chance gegen die vorherrschende Meinung, die ihn des Rachemords beschuldigt - einzig die daran zweifelnde Aussage der Witwe verhindert die Todesstrafe. Doch für zwanzig Jahre wird der vermeintliche Täter weggesperrt, bevor die Handlung eine Generation später denselben Faden wieder aufnimmt.

Unschwer lässt sich die kalkulierte Dramatik aus einer Handlung herauslesen, die erneut die Mär von Liebe und Hass inmitten einer wilden und unberührten Landschaft erzählte, aber am Beispiel dieses Heimatfilms lassen sich die Unterschiede zwischen äußerlich ähnlich angelegten Filme analysieren. Der Anteil an Naturaufnahmen oder der Darstellung heimatlicher Bräuche wurde in "Wo der Wildbach rauscht" auf ein Genre-Minimum beschränkt, denn die komplexe Story ließ keine Zeit dafür. Um die Handlung vor und nach dem zentral gelegenen Zeitsprung von 20 Jahren voranzutreiben, jagt hier ein Ereignis das nächste. Liebe, Ablehnung, Hochzeit, sogar der Tod des jungen Ehemanns und die anschließende Verurteilung des angeblichen Mörders werden so schnell abgehandelt, dass sie ohne kitschige oder übertriebene Emotionen auskommen.

An den zwei Liebesgeschichten, die die jeweiligen Hälften prägen, lässt sich der notwendige Pragmatismus des Drehbuchs demonstrieren. Sowohl die Gefühle zwischen Maria und Gerold, als auch zwischen Marias Sohn Lenz (Albert Rueprecht) und der hübschen Kellnerin Regina (Helga Frank) zwanzig Jahre später, werden als schon gegeben vorausgesetzt. Die häufig konstruiert wirkenden Begegnungs-Stories vieler Heimat- und Liebesfilme fallen hier unter den Tisch, wie auch die zwanzigjährige Haftzeit des auf Rache sinnenden Großbauern wie im Flug vergeht. Dass von den Beteiligten in der zweiten Hälfte des Films Niemand zwanzig Jahre älter aussieht, spielt schon keine Rolle mehr, denn "Wo der Wildbach rauscht" ist ein Heimatfilm im Zeitraffertempo.

Kritisch ließe sich anmerken, dass wegen der dichten, abwechslungsreichen Handlung die emotionale Ebene vernachlässigt wurde, weshalb die hier gezeigten Gefühle von Liebe und Hass kaum Gelegenheit zur Entfaltung bekamen und nur an Hand der eintretenden Ereignisse begründet wurden. Ein gerechtfertigter Einwurf, gäbe es nicht die schauspielerische Leistung Walter Richters, der die zentrale Figur des unbeliebten, reichen Bauern nicht nur mit Leben erfüllte, sondern eine glaubwürdige Wandlung vollzog, die ihn vom Feindbild zum Sympathieträger werden ließ. Steht Muralt zu Beginn noch als rücksichtsloser Machtmensch da, wird er zunehmend zur tragischen Figur. Keineswegs nur wegen der ungerechtfertigten Gefängnisstrafe, die der Film in ihrer tatsächlichen Tragweite gar nicht vermittelte, sondern durch das Verhalten der übrigen Dorfbewohner. Der zu Selbstjustiz neigende Mob unter der Führung des Bürgermeisters und Marias Sohn Lenz, der Muralt den Tod seines Vaters nicht verzeihen kann, übernehmen in ihrer sturen Uneinsichtigkeit zunehmend die Bösewicht-Rolle.

Regisseur Heinz Paul, schon seit Stummfilmzeiten aktiv und während der Zeit des Nationalsozialismus auch mit Propagandafilmen beauftragt („Kameraden auf See“, 1938), drehte nach dem Krieg nur noch wenige Filme. „Wo der Wildbach rauscht“ blieb sein einziger Heimatfilm. Er verzichtete darin nicht nur auf ein eindeutiges Gut- und Böse-Schema, sondern unterwanderte auch die moralischen Standards, indem er die Auswirkungen unehelichen Geschlechtsverkehrs nicht negativ bewertete. Hätte "Wo der Wildbach rauscht" auf das zwar kurz gehaltene, angesichts der vorher geschilderten Konflikte aber unglaubwürdige Happy-End verzichtet, gehörte er zu den besseren Vertretern des Genres, aber auch so bietet er tadellose Heimatfilm-Unterhaltung.

"Wo der Wildbach rauscht" Deutschland 1956, Regie: Heinz Paul, Drehbuch: Hans Weihmayr Lippl, Darsteller : Walter Richter, Ingeborg Cornelius, Ingmar Zeisberg, Helga Frank, Jürgen Goslar, Lucie Englisch, Franz Muxeneder, Laufzeit : 96 Minuten