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Montag, 26. August 2013

Der Stern von Afrika (1957) Alfred Weidenmann

Inhalt: Nachdem sich Hans-Joachim Marseille (Joachim Hansen) 1938 freiwillig bei der Luftwaffe gemeldet hatte, wurde zwar sein fliegerisches Talent offensichtlich, hatte ihn aber nur das Eingreifen seines besten Freundes Robert Franke (Hansjörg Felmy) vor dem Rauswurf bewahrt, da er zu eigensinnig und unmilitärisch agierte. Die Fliegerei ist für Marseille ein großer Spaß, weshalb ihn die Nachricht vom Kriegsbeginn genauso überrascht wie seine Kameraden, darunter neben Robert noch Albin Droste (Horst Frank) und Answald Sommer (Peer Schmidt).

Bei einem der ersten Einsätze am Atlantik wird Robert abgeschossen, der nur mit Glück überlebt, nachdem er eine Nacht auf dem Meer verbracht hatte. Erstmals spürt Marseille die Gefahr, die ihre Flüge begleitet, aber nachdem sie nach Afrika versetzt wurden, beginnt sein unaufhaltsamer Aufstieg als Kampfflieger. Gegen die zahlenmäßig überlegenen britischen Flugzeugstaffeln schert er aus dem Flieger-Pulk aus und greift sie individuell an. Das widerspricht militärischen Gepflogenheiten, aber seine Abschusszahlen geben ihm Recht, die ständig neue Rekordhöhen erklimmen…


Einen Film über den von der NS-Propaganda in den ersten Kriegsjahren hochgejubelten Kampfflieger Hans-Joachim - genannt "Jochen" - Marseille in die Hände des Regisseurs Alfred Weidenmann und des Drehbuchautors Herbert Reinecker zu legen, scheint jedes Klischee an einen 50er Jahre Kriegsfilm zu erfüllen, der keine kritische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Diktatur suchte, sondern die Heroisierung des tapferen Wehrmachtssoldaten beabsichtigte, der nur seine Pflicht tat. Weidenmann, Jahrgang 1918, drehte schon als junger Mann Reportage-Filme für die Hitlerjugend, nachdem er als Presse- und Propaganda-Referent der HJ mehrere Bücher verfasst und herausgegeben hatte. 1944 erschien sein Propaganda-Film "Junge Adler", zu dem Reinecker ebenfalls das Drehbuch schrieb und in dem mit Dietmar Schönherr, Hardy Krüger und Gunnar Möller drei später renommierte Darsteller ihr Debut gaben - eine weitere Parallele zu "Der Stern für Afrika", der für Joachim Hansen, Hansjörg Felmy und Horst Frank zum Beginn ihrer erfolgreichen Karrieren wurde.

Auch in "Canaris" (1954) hatte sich Alfred Weidenmann schon mit einer realen Figur der jüngeren Geschichte befasst, aber "Der Stern von Afrika" bedeutete eine Zäsur im deutschen Kriegsfilm-Genre, denn erstmals wurden wieder ausführliche Kampfhandlungen gezeigt. Nachdem es 1956 zu einem Jahr ohne Kriegsfilme im deutschen Kino gekommen war, bereitete die Wiedereinführung einer deutschen Armee - die ersten Wehrpflichtigen wurden Anfang 1957 eingezogen - den Weg zu einer konkreteren Darstellung des deutschen Soldatentums. Dazu bot sich Hans-Joachim Marseille als ideale Identifikationsfigur an, denn Abschusszahlen von allein kämpfenden Piloten ließen sich leichter vermarkten und darstellen als Ergebnisse komplexer militärischer Aktionen, weshalb sich auch die Nationalsozialisten seiner Popularität bedient hatten. Entsprechend wird in „Der Stern von Afrika“ nur so mit Zahlen um sich geschmissen, wenn gut aussehende junge Offiziere ihren „Jochen“ angesichts ständiger neuer Rekorde hochleben lassen, als ging es um eine 100m-Bestzeit und nicht um den Tod von Menschen.

Zudem entwickelte der Film um die Kameraden „Jochen“ Marseille (Joachim Hansen), dessen besten Freund Robert Franke (Hansjörg Felmy), den etwas widerborstigen Albin Droste (Horst Frank) und den Witzbold Answald Sommer (Peer Schmidt) eine lockere, meist gut gelaunt agierende Männertruppe, die sich weder besonders militärisch gibt, noch Berührungspunkte mit den Nationalsozialisten und deren Ideologie zu haben scheint. Wie in dem kurz darauf entstandenen Kriegsfilm „Haie und kleine Fische“ (1957) vermitteln auch hier Aufnahmen von sich bei einem Segeltörn vergnügenden jungen Menschen zuerst das Bild eines friedlichen Lebens, über das plötzlich ein schrecklicher Krieg hereinbricht, der die Jugend Deutschlands zerstören sollte – eine Botschaft, die Weidenmanns Film noch mehrfach wiederholt, auch aus den Worten eines alten Franzosen (Erich Ponto), nachdem er mit Marseille in Paris eine Partie Billard spielte. Dass die jungen Offiziere Paris besuchen konnten, weil Frankreich von Deutschland besetzt wurde, das als Aggressor für den Ausbruch des Krieges erst verantwortlich war, wird ebenso wenig erwähnt, wie Zusammenhänge zu den Aktionen des Afrika-Corps hergestellt werden, zu dem die jungen Flieger nach ihrem ersten Einsatz am Atlantik versetzt werden.

Ihr Zelt-Lager im afrikanischen Wüstensand erinnert mehr an eine Abenteuer-Expedition, bei der ausführlich gefeiert (mit Roberto Blanco in seiner ersten Rolle als Stimmungskanone, selbstverständlich frei von rassistischen Ressentiments) und viel geflogen wird, was Weidenmann die Gelegenheit gab, schicke Bilder von schnell startenden und landenden Messerschmidt-Jagdflugzeugen, sowie erfolgreiche Luftkämpfe aus der Ego-Shooter-Perspektive zu zeigen. Weidenmann gelang es sogar, Marseilles Besuch in seiner Heimatstadt Berlin, wo ihm nach seinem 100. Abschuss höchste militärische Ehren zuteil wurden - ein von der NSDAP propagandistisch genutzter Vorgang - ohne die geringsten Verweise auf die herrschende Diktatur darzustellen. Weder Hitlergruß, noch SS-Uniformen sind in „Der Stern von Afrika“ zu sehen, nicht einmal die typischen patriotischen und selbst beweihräuchernden Redewendungen sind zu hören. Im Gegenteil lässt Marseille erkennen, dass ihm die gesamten Ehrenbekundungen eher unangenehm sind, und der Film zeigt ihn einzig bei einer Rede in seiner ehemaligen Schule, in der er nicht von seinen Taten, sondern von seinen Kameraden erzählt. Dabei erwähnt er vor den aufmerksam zuhörenden Schülern auch den fröhlichen Answald Sommer, um sich kurz darauf selbst zu berichtigen, dass dieser jetzt tot wäre – viel unrealistischer und beschönigender hätten Weidenmann und Reinecker diese Situation nicht inszenieren können.

Mit dieser idealisierten, die eigene Verantwortung verharmlosenden Charakterisierung, entsprach Weidenmann der Haltung eines Großteils der ehemaligen Wehrmachtssoldaten, die sich Mitte der 50er Jahre als Opfer betrachteten. Mehrfach thematisierte er in „Der Stern von Afrika“ auch die Frage nach dem Sinn ihres Handelns. Als Marseille, Selbstzweifel äußernd, seinem Vorgesetzten diese Frage stellt, deutet dieser an, dass der persönliche Einsatz für eine Sache über dem System steht – eine Aussage, die Vielen aus dem Herzen gesprochen haben dürfte, weshalb der Film an der Kinokasse sehr erfolgreich war, obwohl die zeitgenössische Kritik nicht nur die wenig realistische Darstellung des Kampffliegers bemängelte, sondern auch einen Propagandacharakter erkannte, der an die hintergründig beeinflussenden Filme der NS-Zeit erinnerte. Einerseits zurecht, denn mit einer Aufarbeitung historischer Fakten hat „Der Stern von Afrika“ nichts gemeinsam - die tatsächliche Rolle der Wehrmacht wurde bekanntlich erst Jahrzehnte später dokumentiert - andererseits verwendete Weidenmann die selben filmischen Mittel, um die Tragik des Geschehens nicht weniger deutlich herauszuarbeiten.

Der zuerst locker abenteuerliche Charakter des Films wandelt sich zunehmend in Richtung eines Melodramas. Mit dem Auftreten von Brigitte (Marianne Koch), die als Lehrerein Marseilles Rede vor den Schülern mit anhörte, beginnt eine tragische Liebesgeschichte, die die militärischen Aktionen in den Hintergrund drängt. Sowohl Brigittes Bitte an ihren Geliebten, zu desertieren, der Marseille keineswegs vehement widerspricht, als auch ihre körperliche Liebe in Italien als unverheiratetes junges Paar, sind reine Fantasie, aber diese Szenen verfehlen ihre Wirkung nicht. Es mag eine unrealistische Idealisierung des echten Hans-Joachim Marseille sein, aber der Protagonist in Weidenmanns Film will weder weiter kämpfen, noch irgendwelche Orden erringen, sondern mit seiner Brigitte ein glückliches Leben führen. Dass er doch wieder zu seiner Einheit zurückkehrt, ist dem plötzlichen Auftreten seines besten Freundes Robert zu verdanken, der ihn mit gemessenen Worten an seine Verantwortung erinnert, eine erneute Rechtfertigung der Wehrmachtssoldaten.

Der Vorwurf einer verharmlosend bis verlogenen Darstellung der historischen Ereignisse ist gerechtfertigt, sollte aber im Zusammenhang mit dem Zeitgeist Mitte der 50er Jahre betrachtet werden. Die inszenatorischen Mittel, die den Film weniger als Biographie, denn als reinen Unterhaltungsfilm ausweisen, wendete Weidenmann gleichwertig an, So attraktiv „Der Stern von Afrika“ vom Kameradschaftsleben im afrikanischen Wüstensand erzählt – dabei historische Fakten auf ein Minimum reduzierend – so bewegend gelingt die Liebesgeschichte zwischen Brigitte und Hans-Joachim, deren Ende weder Hurra-Patriotismus, noch Soldatenherrlichkeit vermittelt. Der Tod des 23jährigen Mannes wird von Weidenmann als sinnloses Opfer inszeniert und das letzte eindrucksvolle Bild gilt der jungen Frau, wie sie weinend auf ihrem Pult zusammenbricht, während der Knabenchor verstummt.

"Der Stern von Afrika" Deutschland 1957, Regie: Alfred Weidenmann, Drehbuch: Herbert Reinecker, Udo Wolter, Darsteller : Joachim Hansen, Marianne Koch, Hansjörg Felmy, Horst Frank, Peer Schmidt, Siegfried SchürenbergLaufzeit : 99 Minuten 

weitere im Blog besprochene Filme von Alfred Weidenmann: 

"Junge Adler" (1944)
"Weg in die Freiheit" (1952)

Montag, 15. Juli 2013

Haie und kleine Fische (1957) Frank Wisbar

Inhalt: 1940 – der 18jährige Hans Teichmann (Hansjörg Felmy) und seine Kameraden Gerd Heyne (Horst Frank), Emil Stollenberg (Thomas Braut) und Vögele (Ernst Reinhold) treten ihren ersten Dienst als angehende Offiziere auf dem Minensuchboot „Albatros“ an, und lassen sich ihre gute Laune auch nicht von dem unfreundlichen Empfang durch Leutnant Pauli (Siegfried Lowitz) vermiesen. Im Gegenteil – schon bald überqueren Teichmann und ein Freund den nahe gelegenen See mit ihrer Jolle, bis sie fast mit einem Motorboot zusammen stoßen, dem Teichmann unfreundliche Worte hinterher ruft.

Zurecht wie er findet, auch als er erfährt, dass die Frau seines Flotillen-Chefs Erich Wegener (Heinz Engelmann) am Steuer saß. Zur Strafe muss er ihr beim Einkauf und der Einrichtung der Wohnung helfen, aber die Nähe zu der jungen und hübschen Frau Engelmann (Sabine Bethmann) empfindet Teichmann zunehmend als Vergnügen. Als er sie küsst, wehrt sie sich einen Moment nicht, weist ihn dann aber von sich, womit sein Job bei ihr beendet ist. Kurz darauf sticht er mit dem Minensuchboot in See, wo es zu dramatischen Ereignissen kommt, in die auch sein Flotillen-Chef verwickelt wird…


Obwohl der Kriegsfilm seit der "08/15" - Trilogie (1954/55) erfolgreich in den deutschen Kinos lief, hielten sich die Produzenten mit der Darstellung von Kampfhandlungen merklich zurück. Das änderte sich mit "Der Stern von Afrika" und "Haie und kleine Fische", die kurz nacheinander im Herbst 1957 in die deutschen Lichtspielhäuser kamen. Basierte "Der Stern von Afrika" noch auf der Biografie eines bekannten Kampffliegers und stand in der Tradition zuvor entstandener Kriegsfilme, die der Thematik auf diese Weise einen seriösen Anstrich geben sollte ("Canaris" 1954), verarbeitete der sonst unbekannt gebliebene Schriftsteller Wolfgang Ott in "Haie und kleine Fische" seine persönlichen Erfahrungen als Soldat der Marine und wirkte auch am Drehbuch der Verfilmung mit.

Sein überraschender Erfolg als Autor stand signifikant für die damalige Sehnsucht nach Stoffen, die das Erleben eines durchschnittlichen Soldaten im Krieg wiedergaben, weshalb "Haie und kleine Fische" stilbildend für die zukünftigen Kriegsfilme werden sollte. Im Mittelpunkt steht der angehende Marine-Offizier Hans Teichmann (Hansjörg Felmy), der als gerade 18jähriger kurz nach Kriegsbeginn auf einem Minensuchboot dient, bevor er 1941 an Bord eines U-Bootes versetzt wird. Das gab Regisseur Frank Wisbar die Gelegenheit, zuerst Gefechte auf See zu zeigen, bevor er die intensiven Erlebnisse der Männer unter Wasser mit der Enge an Bord, Luftknappheit und Torpedoangriffen wiedergab, die vom Gegner mit Echolot-Suche und Wasserbomben beantwortet wurden. Geschickt verband Wisbar dazu originale Aufnahmen mit gespielten Szenen, was einen authentischen Eindruck hinterlässt, auch wenn einzelnen davon die Studio-Atmosphäre anzumerken ist.

Regisseur Frank Wisbar hatte zum Zeitpunkt seines ersten deutschen Films nach dem Krieg schon eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Mit "Anna und Elisabeth" war er 1933 erstmals bei den Nationalsozialisten angeeckt, die seinen Film als Verstoß "gegen das gesunde Volksempfinden" betrachteten, bevor er mit "Fährmann Maria" (1936) zwar wenig Begeisterung bei Joseph Göbbels auslöste, aber einen exemplarischen Fantasy-Film mit Sybille Schmitz in der Hauptrolle ablieferte. 1946 drehte er mit "Strangler of the swamp" ein Remake des Films in Hollywood, nachdem er 1938 in die USA emigriert war, da seine halbjüdische Frau unter die Rassegesetze fiel. Erfolg hatte er dort erst, als er begann, für das Fernsehen zu arbeiten und daraufhin eine eigene Produktionsgesellschaft aufbaute. Seine Rückkehr nach Deutschland wurde von der Intention begleitet, die jüngere Vergangenheit aufzuarbeiten, weshalb er nach "Haie und kleine Fische" mit "Hunde, wollt ihr ewig leben" (1958), "Nacht fiel über Gotenhafen" (1959) und "Fabrik der Offiziere" (1960) drei weitere während des 2.Weltkriegs spielende Filme herausbrachte, die trotz ihres offensichtlichen Unterhaltungscharakters eine kritische Betrachtungsweise versuchten.

Die bemerkenswerteste Szene in "Haie und kleine Fische" erinnert direkt an Wisbars Schicksal. Horst Frank, der Teichmanns Freund und Kameraden Gerd Heyne spielt, der gerade zum Oberleutnant befördert wurde, sinniert angesichts des Todes seines Vaters im KZ Bergen-Belsen darüber, was denn wäre, wenn er eine Frau heiratet, die nicht jüdisch wäre wie seine Großeltern. Dann wären seine Kinder Achtel-Juden und hätten eine Überlebenschance - nur kurz danach erschießt er sich selbst. Abgesehen von dieser kurzen, spät im Film angeordneten Sequenz, die verdeutlicht, dass die nationalsozialistische Ideologie in jeden Lebensbereich eindrang, taucht sie im übrigen Film nicht mehr auf. Stattdessen verkörperte Hansjörg Felmy den Typus des unangepassten Burschen, der zwar freiwillig zur Marine geht und auch für sein Vaterland kämpfen will, darüber hinaus aber jede soldatische Disziplin vermissen lässt und auch einen Vorgesetzten schlägt, wenn es der moralischen Gerechtigkeit dient  - eine idealisierte Mischung aus Kriegsheld und antiautoritärem Geist, die mehr die Coolness der 50er Jahre, als das Soldatenleben in der Wehrmacht abbildete.

Der Beginn des Films erinnert entsprechend an eine Sommerfrische. Während ihr Vorgesetzter Leutnant Pauli (Siegfried Lowitz) nur Wert auf korrekte Kleidung und respektvolles Grüßen legt, darüber hinaus aber nichts vom soldatischen Handwerk versteht, vergnügt sich Teichmann mit Freunden beim Segeln und hilft der Frau seines Flottillenchefs Erich Wegener (Heinz Engelmann) "zur Strafe" für freche Bemerkungen beim Einkaufen und Einrichten der Wohnung. Da es sich bei Frau Engelmann (Sabine Bethmann) zudem um eine hübsche und junge Frau handelt, kann Charmeur Teichmann einfach nicht dagegen an, mit ihr anzubändeln - zwar wird er von ihr zurückgewiesen, aber nur weil es Sitte und Anstand so verlangen. Die "Tragik" dieser verhinderten Liebesgeschichte, die sich durch die gesamte Handlung zieht, kann ihren konstruierten und unrealistischen Charakter zwar nicht ablegen, förderte aber Hansjörg Felmys Reputation als ganzer Kerl und Womanizer.

Felmy, der auch in "Der Stern von Afrika" mitspielte (ebenso wie Horst Frank), gab die wichtige Identifikationsfigur, die die linear erzählte und sich vorhersehbar entwickelnde Story unbedingt benötigte. Seine Kriegserlebnisse - Lebensgefahr, Erfolg, Mannschaftsfeiern, aber auch großes Leid und der Verlust enger Freunde - deckten sich mit den Erfahrungen vieler Betrachter, ohne das schwierige Themen wie Kriegsverbrechen oder ideologische Verflechtungen berührt wurden. Selbst der Feind wird auch in den gefährlichsten Momenten kaum einmal sprachlich verdammt, so dass der Film keinen Moment vermitteln kann, warum es überhaupt zum Krieg gekommen war und welche Ziele damit verfolgt wurden. Schuld daran sind abstrakt die "Haie" - also die Nationalsozialisten - die die "kleinen Fische" - die Soldaten  - einem gefährlichen und sinnlosen Abenteuer aussetzten. Diesen Abenteuer-Charakter vermittelt zumindest der Film, der Teichmann die Gelegenheit gibt, zu zeigen, dass er ein mutiger Kämpfer ist, der sich damit letztlich auch den Respekt seines U-Boot-Kommandanten Jochen Lüttke verdient, den Wolfgang Preiss als autoritären Offizier gibt, der für den ängstlichen Berichterstatter - kein Soldat und der Partei nahe stehend - nur Verachtung übrig hat. Seine Bemerkungen wirken aus heutiger Sicht kleinlich und unsouverän, sprachen den ehemaligen Soldaten aber aus dem Herzen.

"Haie und kleine Fische" galt zum Zeitpunkt seiner Entstehung als "Anti-Kriegsfilm" und an Frank Wisbars Intention lässt sich auch nicht zweifeln, aber gleichzeitig wird deutlich, welche Kompromisse notwendig waren, um mit einem Kriegsfilm an der Kinokasse Erfolg zu haben. Aus heutiger Sicht wirkt der Film nicht nur verharmlosend, sondern regelrecht naiv in der völligen Abwesenheit einer alles beherrschenden Diktatur. Zudem spielte Felmy den Soldaten in einer Mischung aus kernigem Held und Freigeist, wie er in der Realität nicht hätte überleben können, mit der die Identifikation 1957 aber leicht fiel. Dass der Film Kampfhandlungen konkret zeigte und Teichmann am Ende als Einer von Wenigen überlebte, genügte schon als Kritik an einem Krieg, der noch nicht lange genug vorbei war, um ihn in auch nur annähernd ermessen zu können.

"Haie und kleine Fische" Deutschland 1957, Regie: Frank Wisbar, Drehbuch: Alf Teichs, Wolfgang Ott (Roman), Darsteller : Hansjörg Felmy, Horst Frank, Wolfgang Preiss, Sabine Bethmann, Mady Rahl, Siegfried LowitzLaufzeit : 98 Minuten

weitere im Blog besprochene Filme von Frank Wisbar:

Dienstag, 25. Juni 2013

Die Brücke (1959) Bernhard Wicki

Inhalt: April 1945 - die 16jährigen Jungen der Schulklasse eines kleinen Ortes hoffen, dass sie noch zur Wehrmacht eingezogen werden, um Deutschland zum Sieg zu verhelfen. Zwar haben auch sie die alltäglichen Probleme Jugendlicher mit Eltern oder der ersten Liebe, aber vorherrschend bleibt ihre Begeisterung für einen Krieg, dessen Verlauf sie genau verfolgen, dabei jedes Wort der nationalsozialistischen Propaganda aufsaugend. Ihr Lehrer hatte diese Sichtweise lange Zeit unterstützt, sie aber angesichts der immer näher kommenden us-amerikanischen Armee inzwischen aufgegeben.

Doch seine Einsicht kommt zu spät. Voller Begeisterung folgen die Jungen dem Einzugsbefehl, obwohl die Erwachsenen ihre Rekrutierung für sinnlos halten. Dank der Einflussnahme ihres Lehrers und der Einsicht der Wehrmachts-Offiziere kommen sie nicht an die Front, sondern erhalten einen Wachposten an einer strategisch unwichtig scheinenden Brücke…



"Die Brücke" war nicht nur Bernhard Wickis erster abendfüllender Spielfilm, er gilt zudem als der erste deutsche Anti-Kriegsfilm, der das unmenschliche System des Nationalsozialismus ungeschönt wieder gegeben hat. "Die Brücke" wurde mit Preisen überhäuft bis hin zu einem "Golden Globe Award" und der Nominierung für den "Oscar" als bester fremdsprachiger Film - eine Vielzahl an Auszeichnungen, wie sie bis heute kaum ein anderer deutscher Film aufzuweisen hat, weshalb es nicht erstaunt, dass "Die Brücke" als einziger deutscher Film der Nachkriegszeit in den Filmkanon zur Schulbildung aufgenommen wurde. Angesichts seiner Entstehungszeit, Ende der 50er Jahre, als die damals populären Kriegsfilme noch den anständigen, nur unter einem mörderischen Regime leidenden Wehrmachtssoldaten in den Mittelpunkt stellten, erstaunt der allgemeine Konsens, den "Die Brücke" national wie international erfuhr, der dem Film einen bis heute andauernden Bekanntheitsgrad zusicherte.

Die Entstehung von "Die Brücke" hat eine längere Vorgeschichte, auch wenn die Story auf dem autobiografischen Roman von Gregor Dorfmeister basiert, der diesen 1958 unter dem Pseudonym Manfred Gregor veröffentlichte. Bernhard Wicki, in St.Pölten bei Wien geborener Schweizer Staatsbürger, wuchs zeitweise in Deutschland auf und machte sein Abitur in Bad Warmbrunn, Schlesien, bevor er später nach Berlin ging. Dort wurde er 1939 wegen seiner Mitgliedschaft bei der "Bündischen Jugend" verhaftet und war mehrere Monate im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung arbeitete er erst in Österreich, später wieder in Deutschland als Theaterschauspieler, bevor er Anfang 1945 mit seiner Frau Agnes Fink das Land verließ und in die Schweiz übersiedelte. Ab 1950 gehörte er zum Ensemble des bayrischen Staatsschauspiels in München, von wo aus er seine Filmkarriere begann.

Die Begegnung mit Helmut Käutner wurde zum entscheidenden Schritt in Richtung einer engagierten kritischen Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus. In Käutners 1954 entstandenem Film "Die letzte Brücke", der konsequent am Beispiel jugoslawischer Partisanen und einer deutschen Ärztin den Wahnsinn des Krieges demaskierte, spielte Wicki seine erste Hauptrolle. „Die letzte Brücke“ erfuhr internationale Anerkennung, kam für die Deutschen aber zu früh und ist heute fast vergessen. In "Die Zürcher Verlobung" (1957) spielte er ein weiteres Mal unter Käutner, bei dessen Film "Monpti" (1957) er als Regie-Assistent erstmals hinter der Kamera stand. Zuvor hatte er eine Rolle in Laslo Benedeks Film "Kinder, Mütter und ein General" (1955) übernommen, der früh die gleiche Thematik einer verführten Jugend behandelte, die kurz vor dem Ende des Krieges sinnlos geopfert wurde. Doch obwohl der Film ebenfalls den "Golden Globe Award" als bester fremdsprachiger Film gewann, ist er heute nahezu unbekannt. Ähnliches gilt für "Unruhige Nacht", der mit Bernhard Wicki als Priester unter der Regie des ehemaligen Widerstandskämpfers Falk Harnack 1958 entstand und die letzte Nacht eines Soldaten vor seiner Abordnung nach Stalingrad beschreibt.

Angesichts der engagierten und die Zeit des Nationalsozialismus kritisch betrachtenden Werke, an denen allein Bernhard Wicki beteiligt war, stellt sich die Frage, warum "Die Brücke" heute eine so singuläre Bedeutung besitzt und quasi als erster Anti-Kriegsfilm gilt? - Wickis an den expressiven Schwarz-Weiß-Bildern der Stummfilmzeit orientierte Optik, verleiht dem Ort des Geschehens eine karge, grobkörnige Anmutung, der Storyaufbau erfolgt zügig und ist klar strukturiert in drei Teile gegliedert - das Leben der Jugendlichen als Vorgeschichte, ihre Musterung und Stationierung an der Brücke, das eskalierende Gefecht - wodurch der beabsichtigte dokumentarische Charakter entstehen konnte. Mit dieser gestalterischen Konsequenz entfernte sich Wicki vom typischen deutschen Nachkriegskino, womit er dem allgemeinen Konsens eher widersprach, zumal in einer Phase, in der die Bereitschaft zur selbstkritischen Analyse noch kaum vorhanden war – Helmut Käutners „Der Rest ist Schweigen“ (1959) und Wolfgang Staudtes „Kirmes“ (1960) scheiterten bei Publikum wie Kritik grandios.

Entscheidend für den Erfolg des Films ist die konsequent aus dem Blickwinkel der 16jährigen Jungen erzählte Story, mit der Wicki Angriffspunkte vermied. Typisch war der Vorwurf einer klischeehaften Darstellung von Nationalsozialisten oder mangelnde Authentizität der realen Hintergründe, klassische Totschlagargumente, mit denen jeder kritische Ansatz zunichte gemacht werden konnte. Auch in „Die Brücke“ gibt es einen NSDAP-Bürgermeister, der seine Frau angeblich in Sicherheit bringt, um sich mit seiner Geliebten amüsieren zu können, so wie ein Vater eine Liebesbeziehung mit der jungen Angestellten seines Friseurladens hat, in die sein Sohn heimlich verliebt ist. Doch das bleiben kleine Geschichten am Rande, immer aus der Sicht der Jungen erzählt. Dagegen widmet sich Wicki ausführlich der Jugendliebe zwischen Klaus (Volker Lechtenbrink) und Franziska (Cordula Trantow), die ihren Höhepunkt hat, als sich Franziska beim Abschied einen Kuss erhofft, Klaus aber nur seine ihr zuvor geschenkte Uhr zurückhaben möchte, die er bei seinem soldatischen Einsatz angeblich benötigt. Der leere Blick des Mädchens, wenn er - sie kaum noch beachtend – mit kindlich wirkender Begeisterung seiner Mutter von dem Einzugsbefehl am Telefon berichtet, bleibt in Erinnerung - eine Szene, auf die sich Alle einigen können.

„Die Brücke“ vermischte typische Verhaltensweisen pubertärer junger Männer und die ihnen von einem mörderischen Regime anerzogenen Begriffe von Ehre und Vaterland, um die Ausbeutung auch der Jüngsten für eine sinnlose Sache zu verdeutlichen – doch den Hintergrund einer Gesellschaft, die diese Haltung erst ermöglichte, beleuchtete er nicht. Im Gegenteil reagieren die Erwachsenen fassungslos auf die Einberufungsbefehle der Jungen, die fast losgelöst von der sonst vorherrschenden Meinung voller Hoffnung in den Kampf ziehen. Auch die Soldaten, allen voran Heilmann (Günter Pfitzmann), halten nichts von dem Einsatz der „Volksfront“, mit der die Nationalsozialisten die Rekrutierung alter Menschen und Jugendlicher rechtfertigten, und versuchen die Jungen vor ihrem eigenen Eifer zu schützen. Neben dem diktatorischen System steht einzig der Lehrer, der seinen Schülern den selbst zerstörerischen Corps-Geist eintrichterte, als Schuldiger dar, hat seinen Fehler aber inzwischen eingesehen und versucht noch, die Jungen zu retten. Die tragischen Ereignisse, die zum Tod fast aller Jugendlicher führen, wirken wie eine Verkettung unglücklicher Umstände, gespeist aus Misstrauen und falschem Gehorsam, aber auch normalem männlichen Imponiergehabe, etwa wenn der Jüngste von ihnen bei einem Fliegerangriff stehen bleibt, weil ihn seine Kameraden zuvor in einer ungefährlichen Situation, bei der er sofort zu Boden gegangen war, ausgelacht hatten. 

Bernhard Wickis Film hat den Vorteil einer hohen Identifikation mit den jugendlichen Darstellern um Fritz Wepper, Folker Bohnet oder Michael Hinz - für fast Jeden von ihnen wurde „Die Brücke“ der Startschuss einer langen Karriere - weshalb die schonungslosen Bilder der verzweifelten und tödlich verwundeten Jungen ihre Wirkung bis heute nicht verloren haben. Das ihre Erziehung und Verblendung nur in einem Umfeld geschehen konnte, welches diesen Geist generell transportierte, lässt der Film hingegen weg, womit er ähnliche Kompromisse einging wie beinahe alle kritischen Filme dieser Phase - dank der Konzentration auf die Jugendlichen, fällt die oberflächliche Gestaltung der Erwachsenen nur weniger ins Gewicht. Für seine Entstehungszeit, aber auch wegen seiner Zugänglichkeit für ein junges Publikum, bleibt „Die Brücke“ ein wichtiger Beitrag des deutschen Films, sein singulärer Charakter steht dagegen signifikant für die Schwierigkeiten einer Vergangenheitsbewältigung, die sich hier auf einen gemeinsamen Nenner einigen konnte.

"Die Brücke" Deutschland 1959, Regie: Bernhard Wicki, Drehbuch: Michael Mansfeld, Karl-Wilhelm Vivier, Bernhard Wicki, Manfred Gregor (Roman), Darsteller : Fritz Wepper, Folker Bohnet, Michael Hinz, Volker Lechtenbrink, Günter Pfitzmann, Cordula Trantow, Siegfried Schürenberg, Laufzeit : 98 Minuten

Samstag, 18. Mai 2013

08/15 In der Heimat (1955) Paul May


Inhalt: 1945 - kurz vor dem Ende des 2.Weltkrieges. Die amerikanischen Truppen rücken immer weiter vor, während sich Leutnant Asch (Joachim Fuchsberger) mit seiner Einheit ebenfalls der Heimat nähert. Allerdings ohne militärische Systematik, denn das Land befindet sich längst im Chaos.

Überall versuchen sich die Menschen schon auf die neuen Zeiten einzustellen, entfernen Parteiabzeichen oder ziehen sich als Soldaten zivile Kleidungsstücke an. Einige versuchen auch noch von der Situation zu profitieren und scheuen sich dabei nicht, über Leichen zu gehen...


Herbert Asch (Joachim Fuchsberger), inzwischen zum Leutnant befördert, nähert sich mit seiner Einheit dem heimatlichen Stützpunkt. Allerdings kann von einem geordneten Rückzug nicht mehr die Rede sein, denn das Land befindet sich im Frühling 1945, kurz vor dem Ende des 2.Weltkrieges, in Auflösung. Während die amerikanischen Truppen, ohne noch auf großen Widerstand zu treffen, die einzelnen Ortschaften übernehmen und neue Organisationen aufbauen, versuchen sich die Deutschen auf diese Verhältnisse einzustellen. Alles was eine zu große Nähe zur nationalsozialistischen Partei beweisen könnte, wird hastig entfernt, während viele Soldaten versuchen an Zivilkleidung zu kommen, um so der Gefangenschaft zu entgehen.

"08/15 - In der Heimat" vermittelt diese Übergangsphase in einer Authentizität, wie sie im Film ähnlich nicht mehr zu sehen war. Bernhard Wickis "Die Brücke" (1959) konzentrierte sich auf das letzte sinnlose Gefecht kurz vor dem Ende des Krieges, in dem Jugendliche in politischer Verblendung zu einem Zeitpunkt geopfert wurden, als es längst geboten war, die Waffen niederzulegen. "08/15 – In der Heimat" verwendete dieses Motiv ebenfalls, aber als ein Ereignis von vielen, weshalb der sinnlose Tod zweier Hitlerjungen an Prägnanz verliert. Wolfgang Staudtes "Die Mörder sind unter uns" (1946) beschäftigte sich mit der unmittelbaren Phase nach dem Krieg. Die Verdrängung der eigenen Vergangenheit spielte hier eine entscheidende Rolle und damit die Problematik, Schuldige zur Verantwortung zu ziehen, aber das totale Chaos wie es hier gezeigt wurde, war schon wieder einer gewissen Ordnung gewichen.

Nicht nur inhaltlich, auch inszenatorisch verließ der dritte Teil die gewohnte Ordnung. Erstmals findet die Story nicht mehr innerhalb militärischer Einheiten statt, denn die Soldaten sind nur noch auf sich allein gestellt. Stattdessen bestimmen zwei Kriegsverbrecher die Handlung. Oberst Hauk (Hannes Schiel) und sein Adjutant Oberleutnant Greifer (Michael Janisch), bei denen es sich in Wirklichkeit um Vertreter des Sicherheitsdienstes der SS handelt, haben sich fälschlicherweise Wehrmachts-Uniformen angezogen, um sich diverse Reichtümer anzueignen. Sie nutzen die allgemeine Verunsicherung und scheuen bei ihren Unternehmungen weder Folter noch Mord. Asch durchschaut schnell ihre wahren Beweggründe und macht sich zusammen mit Kowalski (Peter Carsten) auf die Verfolgung.

Während in „08/15 – zweiter Teil“ ein von der Berliner Zentrale geschickter Hauptmann für die "böse Tat" (in diesem Fall ein Angriff auf russische Soldaten) zuständig war, ist Kirst hier in der Schuldzuweisung noch rigoroser. Die negative Darstellung der SS-Sturmbannführer, die es zudem wagten, Armee-Uniformen anzuziehen, steht stellvertretend für deren alleinige Schuld an den Kriegsverbrechen. Auch die weiteren hier geschilderten rücksichtslosen Maßnahmen an der „Heimatfront“, haben mit dem tapfer kämpfenden Landser nichts zu tun - Todesstrafen für geringe Vergehen wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung, alte Männer und Kinder, die in ein letztes Gefecht geschickt werden, nur weil einige wenige Verblendete immer noch an den Sieg glauben, während sich die Zivilbevölkerung genauso schnell an die Brust der Besatzer schmeißt, wie sie sich von ihren bisherigen politischen Überzeugungen verabschiedet.

Die Soldaten werden dagegen erneut zu "Opfern" der Umstände, denn Asch und seine Kameraden verhalten sich weit weniger flexibel, geraten in Gefangenschaft und müssen hilflos zusehen, wie schnell sich ihre Landsleute an die neuen Verhältnisse anpassen. Zum Schluss tritt Asch, unfreiwilliger Held der drei „08/15“ – Filme, als unerwünscht ab, womit Kirst das Lebensgefühl vieler ehemaliger Soldaten traf, die teilweise erst wenige Jahre zuvor aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten, während die junge Bundesrepublik schon ihr Wirtschaftwunder erlebte. Damit wagte sich Kirst zwar erneut weit vor, hinterlässt im dritten Teil aber trotzdem den zwiespältigsten Eindruck.

Bisherige Konstanten, die in den zwei ersten Teilen von Bedeutung waren, wurden im abschließenden Teil nicht mehr aufgegriffen. Aschs Ehefrau, die dieser im zweiten Teil betrogen hatte (eine für die damalige Zeit bemerkenswerte Konsequenz) - und damit auch ihr gemeinsames Kind – existieren hier nicht mehr. Auch Aschs Schwester Ingrid, die mit ihrer BDM-Begeisterung für das nationalsozialistische Element in den ersten beiden Teilen sorgte und als Geliebte der tragischen Figur Vierbein versagte, wurde thematisch fallen gelassen. Selbst beim Wiedersehen Aschs mit seinem Vater finden sie keine Erwähnung mehr. Dieser Bruch in der sonst konsequent eingehaltenen Kontinuität der drei Filme - selbst O.E.Hasse spielt als Oberbefehlshaber hier wieder eine wichtige Rolle -  verdeutlicht, dass Aschs moralisches Verhalten in „08/15 – zweiter Teil“ der Erwartung an eine Identifikationsfigur nicht entsprochen hatte, weshalb er hier wieder zum Junggesellen wurde. Entsprechend unverkrampft kann er sich gegenüber einem Offiziersliebchen (Renate Ewert) verhalten, die er ungeniert mitnimmt - einem allein stehenden Mann ließ man diesen Flirt durchgehen.

Auch der generelle Fatalismus, der für „08/15 – zweiter Teil“ signifikant war, lässt sich in „08/15 – In der Heimat“ nicht mehr feststellen. Hinterließen die Soldaten im russischen Winter noch einen demoralisierten und ungepflegten Eindruck, tritt Leutnant Asch hier wieder adrett mit vorbildlicher Frisur auf und selbst Kowalski zeigt sich frisch rasiert. Bedenkt man, dass sie seit sechs Jahren in einem Krieg kämpfen, dessen Niederlage sich schon lange abzeichnete, ist ihnen das weder psychisch noch physisch anzumerken. Offensichtlich ging „08/15 –zweiter Teil“ für das damalige Empfinden zu weit in der Beschreibung des Verlusts jeder soldatischer Disziplin, denn obwohl „08/15 – In der Heimat“ den Niedergang Deutschlands noch steigerte und von strukturierten militärischen Aktionen nicht mehr die Rede sein konnte, hinterlassen die Wehrmachtssoldaten hier einen psychisch und physisch deutlich besseren Eindruck.

Durch die enge Verzahnung mit dem Zivilleben in Deutschland - in den ersten beiden Teilen fand die Handlung fast ausschließlich innerhalb des Militärs statt -  wird im letzten Teil der Trilogie erst offensichtlich, dass kontroverse Themen wie die Existenz von Konzentrationslagern - und damit die gezielte Verfolgung von Juden und politisch anders Denkender – vollständig ausgespart wurden, womit der Film die in den 50er Jahren noch verbreitete Haltung betonte, der "Durchschnittsbürger" hätte davon nichts bemerkt. Betrachtet man die Gestaltung der Identifikationsfigur Asch, dessen Intelligenz im Umgang mit seinen Vorgesetzten und sein frühes Durchschauen der Nationalsozialisten, lässt sich diese Behauptung nicht aufrecht erhalten. Kirst und Regisseur Paul May deshalb Verharmlosung vorzuwerfen, fällt schwer, denn „08/15 – In der Heimat“ ist in vielen Details erstaunlich kritisch, die Abschwächungen und Kompromisse, besonders hinsichtlich der Konsequenzen nach dem 2.Teil, verdeutlichen aber auch, bis zu welchem Punkt das Publikum damals bereit war, in dieser Hinsicht mitzugehen. 

"08/15 In der Heimat" Deutschland 1955, Regie: Paul May, Drehbuch: Ernst Von Salomon, Hans Hellmut Kirst (Roman)Darsteller : Joachim Fuchsberger, O.E.Hasse, Hans Christian Blech, Gustav Knuth, Emmerich Schrenk, Helen Vita, Renate Ewert, Mario Adorf, Laufzeit : 92 Minuten


weitere im Blog besprochene Filme von Paul May:

Mittwoch, 24. April 2013

Kolberg (1945) Veit Harlan


Inhalt: 1813 – General Gneisenau (Horst Caspar) spricht bei König Friedrich Wilhelm III. (Claus Clausen) vor, um diesen aufzufordern, mit dem Volk gegen Napoleon zu ziehen. Dieser reagiert empört, da das Kriegshandwerk gelernt sein müsste, aber Gneisenau widerspricht ihm, denn die Verteidigung des Vaterlands sei eine Sache des Herzens. Er erinnert in diesem Zusammenhang an Kolberg, das 1806/07 den französischen Truppen Paroli bot – nicht dank des Militärs, sondern dank der Opferbereitschaft seiner Bewohner.

Kolberg 1806 – der Bürgerrepräsentant Nettelbeck (Heinrich George) hatte erfahren, dass Napoleons Truppen Berlin besetzt hatten und macht sich Sorgen, hinsichtlich der Schicksals seiner Stadt. Doch bei dem Ortskommandanten Loucadou (Paul Wegener) stößt er mit seinen Hinweisen zur Lagerung des Vorrats nur auf taube Ohren. Loucadou glaubt nicht, dass Napoleons Einheiten bis Kolberg vorrücken und hält auch nichts von Leutnant Schills (Gustav Diessl) Maßnahmen hinsichtlich der militärischen Ausbildung der Bürger. Auf dessen Kritik über den Zustand der rostenden Kanonen, reagiert er nur mit Zurückweisung. Als Napoleon Kolberg schriftlich auffordert, sich ihm unterzuordnen, müssen die Bürger Farbe bekennen. Loucadou will sich ergeben, aber Nettelbeck will ihre Ehre bis zum Tode verteidigen…


Obwohl "Kolberg" nach dem Ende des zweiten Weltkriegs nur noch einmal in die westdeutschen Kinos kam - 1965 mit integrierten Erläuterungen, die aber nicht verhinderten, dass der Film nach Protesten wieder abgesetzt wurde - und seitdem als "Vorbehaltsfilm" von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung nur zu wissenschaftlichen oder pädagogischen Zwecken gezeigt werden darf, existieren eine Vielzahl an Informationen über einen Film, der zur teuersten Produktion während der Zeit des Nationalsozialismus wurde. Schon 1942 beauftragte Propaganda-Minister Joseph Goebbels Regisseur Veit Harlan mit diesem Projekt, das er als psychologische Kriegsführung begriff. Basierend auf den historischen Fakten um die Rolle der alten Hansestadt Kolberg während des napoleonischen Feldzugs gegen Preußen 1806/1807 sollte eine Beispiel für den erfolgreichen Widerstand aufrechter Deutscher gegen eine feindliche Übermacht gegeben werden, für die dem Regisseur und dessen Mitstreiter Wolfgang Liebeneiner, Produktionschef der UFA, jedes notwendige Mittel zur Verfügung gestellt wurde.

Entsprechend legendär sind inzwischen die Zahlen, die um die Entstehung des Farbfilms kursieren, der 8,8 Millionen Reichsmark gekostet haben soll. Tausende Uniformen wurden aus den Theatern der besetzten Länder requiriert, ebenso viele Pferde organisiert und mehr als 100.000 Soldaten für die Massenszenen freigestellt, während die Wehrmacht gleichzeitig an allen Fronten zurückgedrängt wurde. In Kolberg selbst konnte nicht mehr gedreht werden, weil die Stadt parallel zu der Entstehung des Films schon von der russischen Armee eingenommen wurde (was von der Propaganda bewusst verschwiegen wurde), aber in Potsdam-Babelsberg wurden die Stadthäuser detailliert nachgebaut, um die verheerenden Schäden der Kanonenkugeln der französischen Armee zu demonstrieren, während nebenan die Häuser nach Luftangriffen der Alliierten brannten.

Joseph Goebbels soll erbost reagiert haben, als er die erste Fassung des Films zu Gesicht bekam, denn Harlan hatte die Gräuel des Krieges genau geschildert, hatte verschüttete Kinder, getötete Frauen und Schwerverletzte gezeigt, um den Heldenmut der Weiterkämpfenden noch mehr zu betonen. Doch Goebbels war bewusst, dass dieser Anblick demoralisierend auf Betrachter wirken musste, die täglich mit den Konsequenzen des Krieges konfrontiert wurden. Auch die Rolle des Claus Werner (Kurt Meisel), der sich als musisch veranlagter Mensch allen kriegerischen Aktionen verweigert, war Goebbels zu stark betont, weshalb Harlan erhebliche Schnitte an seiner Urfassung vornehmen musste, was in einigen Sequenzen zu seltsamen Sprüngen führte und vom Tod wichtiger Protagonisten nur aus Dialogen zu erfahren ist, deren Zustandekommen aber nicht gezeigt wurde.

Trotzdem entstand dank der zur Verfügung stehenden technischen und finanziellen Mittel und der Besetzung der Hauptrollen mit großartigen Mimen wie Heinrich George, Paul Wegener, Horst Caspar, Gustav Diessl und Otto Wernecke, sowie Harlans unvermeidlicher Ehefrau Kristina Söderbaum als blondem deutschen Mädel, ein höchst beeindruckender Film, der inszenatorisch und im geschickten Aufbau einer Story, die die dramatischen Ereignisse langsam steigert und keinen Moment Zeit zum Luftholen lässt, überzeugen kann. Besonders die Dialoge mit dem Bürgerrepräsentanten Nettelbeck (Heinrich George) sind von einer Raffinesse, gespickt mit ironischen, hintergründig manipulierenden Anspielungen, die dem ersten Eindruck eines patriotischen Durchhaltefilms eher widersprechen.

Zwar wurden dem Major Gneisenau (Horst Caspar) die Worte Goebbels, die er bei seiner Rede vom "Totalen Krieg" im Sportpalast benutzte, fast gleichlautend in den Mund gelegt, aber im Gesamtkontext des Films wirken diese Worte - zudem sehr zurückhaltend und eher elegisch von Caspar vorgetragen - nicht patriotischer als viele von us-amerikanischen Filmen gewohnte, meist von Pathos triefende Reden. Zudem werden sich diese damaligen Zusammenhänge dem heutigen Betrachtern kaum erschließen, weshalb sich häufig die Frage stellt, warum "Kolberg" nach wie vor nur stark eingeschränkt und begleitet von pädagogischen Maßnahmen angesehen werden darf ?


Historien- oder Propagandafilm?

„Kolberg“ schildert ein historisch verbürgtes Ereignis, das den Tagebuchaufzeichnungen des Bürgerrepräsentanten Nettelbeck, der diese nach dem Ende der französischen Belagerung autobiographisch veröffentlichte, nachempfunden wurde. Auch das Schauspiel „Kolberg“ des im 19.Jahrhundert sehr beliebten Schriftstellers Paul Heyse stand Pate für das Drehbuch, wurde aber im Film nicht erwähnt, da der Autor im 20.Jahrhundert stark an Reputation verloren hatte und über einen „nichtarischen“ Hintergrund verfügte.

Entsprechend nah an den damals beteiligten Persönlichkeiten sind auch die Rollen gestaltet. Der Ortskommandant Loucadou (Paul Wegener) glaubt nicht daran, dass Napoleon es für nötig hält, seine Truppen nach Kolberg zu schicken, nachdem dieser schon Preussens Hauptstadt Berlin besetzt hatte. Nettelbecks Vorschläge hinsichtlich der Lagerung der Vorräte weist er empört zurück, nur wenig an den Belangen der Bürger interessiert. Doch auch die Kritik von Leutnant Schill (Gustav Diessl), der zuvor schwerverletzt Kolberg erreichte, am Zustand seiner Soldaten und deren Ausrüstung, wird von ihm nicht ernst genommen. Als dieser mit Nettelbecks Hilfe versucht, die Bürger der Stadt auf einen militärischen Angriff vorzubereiten, reagiert Loucadou mit der abschätzigen Haltung eines Soldaten, der Zivilisten nicht dafür geeignet hält, im Ernstfall kämpfen zu können.

Diese negative Darstellung der Figur des Ortskommandanten basiert auf den Aufzeichnungen Nettelbecks und wird von Historikern inzwischen angezweifelt. Tatsächlich sollte Loucadou recht behalten mit seiner Einschätzung, dass Napoleon (Charles Schauten) nicht vorhatte, Kolberg anzugreifen, denn er forderte schriftlich die Unterordnung unter seine Herrschaft – eine damals übliche Vorgehensweise, um nicht unnötig Ressourcen an Mensch und Material zu gefährden. Nettelbeck stellt diese Forderung beim Rat der zehn führenden Bürger der Stadt zur Diskussion, ohne einen Zweifel an seiner Haltung aufkommen zu lassen, diese mit Vehemenz zurückweisen zu wollen - letztlich der Auslöser für die weiteren Ereignisse, denn erst darauf hin schickte Napoleon seine Armee, um die Stadt zu unterwerfen. Nettelbecks Unbeugsamkeit und seine persönliche Sichtweise der Abläufe, ließen im frühen 19.Jahrhundert erst die Legende um „Kolberg“ entstehen, die Viele in einer wenig heroischen Phase mit Stolz erfüllte – für Goebbels die ideale Vorlage für seine Intention.

Am Aufbau des Films bis zur Ablösung Loucadous durch den neuen Ortskommandanten Gneisenau (Horst Caspar), die von Nettelbeck betrieben wird, nachdem Loucadou ihn wegen Auflehnung verhaften ließ, werden die geschickten manipulatorischen Maßnahmen unter dem Deckmantel historischer Abläufe sichtbar. Anstatt nach knapp anderthalb Jahrhunderten und mit dem Wissen um das weitere Geschehen, die Haltung Nettelbecks neutraler zu betrachten, wird sie mit allen filmischen Mitteln noch unterstützt. Nicht nur Loucadou wird als ignoranter Feigling charakterisiert, Jeder, der zu verstehen gibt, mit der Unterwerfung unter Napoleon sein Hab und Gut schützen zu wollen – zudem nur von wohlhabenden Großbürgern geäußert - gilt als egoistischer Verräter. Eine objektive Abwägung zugunsten des Schutzes aller Einwohner lässt „Kolberg“ nicht entstehen, da der Tod als „freier deutscher Bürger“ dem Leben unter der Herrschaft eines fremden Despoten unwidersprochen vorgezogen wird.

Entscheidend für die eindeutige Ausrichtung des Films ist die Sprache Nettelbecks, kombiniert mit Heinrich Georges Verkörperung eines „Übervaters“, die ihre Wirkung in ihrer geschickten Argumentation und modernen Ausdrucksweise bis heute nicht verloren hat. Kein Hurra-Patriotismus oder militärischer Überschwang ist aus seinen Worten zu hören, sondern ein aus tiefer Fürsorge für die Bürger seiner Stadt erfüllter Pragmatismus, der vergessen lässt, dass seine Haltung erst den unnötigen Konflikt mit der französischen Armee hervorruft. Im Gegenteil wirkt Nettelbeck beinahe wie ein Freiheitskämpfer, der sich erst gegen Loucadou stellt, dann aber auch von Gneisenau Respekt einfordert, immer unter der selbstverständlichen Voraussetzung, dass er weiß, was am besten für seine Leute ist. In diesem Zusammenhang wird auch Joseph Goebbels Forderung verständlich, diverse Sterbeszenen und Kriegsverletzungen heraus zu schneiden, denn das hätte Nettelbecks Reputation als Beschützer deutlich geschwächt.

Unterstützt wird Nettelbeck von Kristina Söderbaum als Bauerntochter Maria Werner, die hier für jeden Frauentypus gleichzeitig steht – die blonde Unschuld vom Lande, die Geliebte des Soldaten, die tapfere Kämpferin und die aufopferungsvolle Bürgerin. Während eine Vielzahl unterschiedlicher Männerrollen die Szenerie beherrscht, kommen außer ihr nur wenige Frauen in kleinen Nebenrollen vor. Offensichtlich wollten die Macher jedes Opfer unter Unschuldigen vermeiden, weshalb sich die pausbäckige, aber immer frisch geschminkte Maria allen Widrigkeiten entgegen setzt, um dabei regelmäßig von den Herren als „Kleines Mädel“, „Fräuleinchen“ und „Frauenzimmerchen“ bezeichnet zu werden. Eine Einschätzung, der sie mit keckem Augenaufschlag und gespielt devotem Verhalten zu begegnen weiß – ein idealisiertes Frauenbild aus männlicher Perspektive und keine historisch authentische Gestalt.

So wie „Kolberg“ auf den entscheidenden historischen Zusammenhang bewusst verzichtete. Das Ende der Beschießung Kolbergs wird im Film einem Streit unter französischen Offizieren zugewiesen, verantwortlich dafür war aber der 1807 ausgerufene „Tilsiter Frieden“, der Napoleon alle Machtbefugnisse beließ und die Hochphase seiner Herrschaft einläutete. Letztlich blieb der Widerstand der Kolberger Bürger ohne Bedeutung für die politischen Konsequenzen, war ihr Opfer und die Zerstörung ihrer Stadt vergebens. Das verschweigt der Film, sondern erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Widerstands der Zivilbevölkerung gegen einen überlegenen Gegner aus der Sicht Gneisenaus, die er seinem König Friedrich Wilhelm III. (Claus Clausen) im Jahr 1813 vorträgt, um ihn zum Kampf gegen Napoleon zu motivieren. Vor dessen Fenster war schon das Volk versammelt, nur noch auf die Anweisungen des Königs wartend, womit der Film einen stellvertretenden Bezug zu den Menschen in Deutschland 1945 herstellte, die ebenfalls zum letzten Widerstand aufgefordert werden sollten.

Doch „Kolberg“ kam im März 1945 zu spät heraus und wurde in den wenigen noch nicht zerstörten Kinos trotz seiner überragenden Show-Werte nur spärlich besucht – im Gegensatz zu dem gleichzeitig laufenden, aber älteren Unterhaltungsfilm „Münchhausen“ (1943). Angesichts der damaligen Realität funktionierte die propagandistische Absicht nicht mehr, was die manipulatorische Wirkung aber nicht verringert. Im Gegenteil spielt „Kolberg“ geschickter auf der Klaviatur des „Heldenmuts“ und der „Opferbereitschaft“ als es die zeitgenössischen us-amerikanischen Filme können. Weniger plump und argumentativ geschickter verzichtet der Film auf ein übertriebenes Feindbild, sondern schildert die Franzosen neutral, ohne Ressentiments schüren zu müssen. Ähnlich wie in „Jud Süß“ (1940) ist es diese dramaturgische Qualität, verbunden mit einer beeindruckenden Bildsprache, die unterschwellig eine Wirkung erzeugt, die eine pädagogische Begleitung des Films auch heute noch sinnvoll erscheinen lässt – weder ist „Kolberg“ harmlose Unterhaltung, noch ein Historienfilm.

„Kolberg“ ist ein sehr gut erzählter, großartig gespielter und technisch überzeugend umgesetzter Film, der optisch beeindrucken kann, aber seine beabsichtigte emotionale Manipulation und die Zusammenhänge bei der Entstehung des Films zerstören diesen positiven Eindruck wieder.

"Kolberg" Deutschland 1945, Regie: Veit Harlan, Drehbuch: Veit Harlan, Alfred Braun, Thea von HarbouDarsteller : Heinrich George, Kristina Söderbaum, Horst Caspar, Gustav Diessl, Paul Wegener, Otto Wernicke, Paul Henckels,  Laufzeit : 104 Minuten


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